Plagiate gehören zu den zentralen Formen wissenschaftlichen Fehlverhaltens. Sie untergraben Vertrauen, beschädigen Reputationen, können akademische Abschlüsse gefährden und werfen Fragen nach der Verlässlichkeit von Forschung insgesamt auf. Gleichzeitig sind Plagiate nicht nur ein „Extremfall vorsätzlicher Täuschung“, sondern entstehen in der Praxis – gerade bei Qualifikationsschriften – oft aus unsauberer Arbeitsweise, fehlender Kenntnis von Zitationsregeln oder unreflektierter Nutzung digitaler Quellen.
Ein professioneller Umgang mit dem Thema bedeutet deshalb zweierlei: Plagiate klar zu benennen und konsequent zu sanktionieren – und zugleich Strukturen zu schaffen, die präventiv wirken und gutes wissenschaftliches Arbeiten fördern.
Übersicht
Was ist ein Plagiat?
In der wissenschaftlichen Diskussion wird Plagiat meist definiert als ungekennzeichnete Aneignung fremder geistiger Leistungen – von Texten, Gedanken, Daten oder Darstellungen –, die anschließend als eigene Leistung ausgegeben werden.
Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) ordnet Plagiate ausdrücklich als Form „schwerwiegenden wissenschaftlichen Fehlverhaltens“ ein: Wer Texte, Ideen oder Daten anderer ohne eindeutige Kenntlichmachung übernimmt, verstößt gegen die Regeln guter wissenschaftlicher Praxis.
Wichtig ist:
- Plagiate betreffen nicht nur wörtliche Übernahmen, sondern auch sinngemäße Paraphrasen ohne Quellenangabe.
- Sie beziehen sich nicht nur auf „fertige Texte“, sondern auch auf Ideen, Argumentationsgänge, Strukturen, Daten und Abbildungen.
- Entscheidend ist die Täuschung über die Urheberschaft: Es wird der Eindruck erweckt, ein Abschnitt stamme von der Person, die als Autor:in genannt ist, obwohl er in Wahrheit auf fremder Arbeit beruht.
Grenze und Gegenstück zum Plagiat ist das korrekte Zitat: Das Urheberrecht erlaubt die Nutzung fremder Werke zum Zweck des Zitats, wenn Herkunft und Umfang in einem angemessenen Verhältnis zum Zitatzweck stehen und die Quelle eindeutig erkennbar ist. Das ist in § 51 UrhG geregelt.
Plagiate im Rahmen guter wissenschaftlicher Praxis
Plagiate sind nicht isolierte Verfehlungen, sondern Teil des weiteren Feldes wissenschaftlichen Fehlverhaltens. Die HRK und die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) nennen in ihren Leitlinien u. a.: Fälschung von Daten, Erfinden von Ergebnissen, unzureichende Dokumentation, unangemessene Autor:innenzuordnung – und eben die Verletzung fremden geistigen Eigentums.
Im DFG-Kodex „Leitlinien zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis“ wird das Prinzip der wissenschaftlichen Redlichkeit als Grundlage allen Forschens formuliert. Dazu gehört explizit, dass fremde Vorarbeiten kenntlich gemacht werden, dass Zitate nachvollziehbar sind und dass „Plagiat und Selbstplagiat“ als Verstoß gegen die guten wissenschaftlichen Standards gelten.
Für Autor:innen heißt das:
- Plagiate sind nicht nur ein Verstoß gegen Prüfungsordnungen, sondern auch gegen die Normen der wissenschaftlichen Gemeinschaft.
- Hochschulen, Förderorganisationen und Verlage orientieren sich an diesen Leitlinien – und müssen bei Plagiatsverdacht reagieren.
Formen von Plagiaten
In der Praxis nehmen Plagiate unterschiedliche Gestalten an. Typische Konstellationen sind:
Textplagiat
Wörtliche oder fast wörtliche Übernahme von Sätzen, Absätzen oder ganzen Kapiteln ohne Anführungszeichen und Quellenangabe. Auch „minimal kosmetische“ Änderungen (Synonymersetzungen, Umstellungen) ändern nichts daran, dass der gedankliche Gehalt übernommen ist.
Ideen- und Strukturplagiat
Die zugrundeliegende Argumentationsstruktur, die zentrale These oder die Gliederung eines fremden Textes werden übernommen, während der Wortlaut stärker verändert wird. Wenn dabei die Herkunft nicht kenntlich gemacht wird, liegt ebenfalls ein Plagiat vor – auch wenn kein „Copy & Paste“ erkennbar ist.
Daten- und Abbildungsplagiat
Übernahme von Tabellen, Grafiken, empirischen Datensätzen oder visuellen Darstellungen ohne korrekte Quellenangabe. Das betrifft sowohl vollständig übernommene Darstellungen als auch „nachgezeichnete“ Varianten, wenn der Ursprung verschleiert wird.
Selbstplagiat
Veröffentlichte oder bereits zur Bewertung eingereichte eigene Texte werden ohne Hinweis erneut verwendet, sodass der Eindruck entsteht, es handele sich um eine neue, eigenständige Leistung. Der DFG-Kodex behandelt auch Selbstplagiat als Form wissenschaftlichen Fehlverhaltens, wenn dadurch Prüfungs-, Förder- oder Publikationsprozesse verzerrt werden.
„Unsichtbare“ Quellen
Besonders problematisch sind Übernahmen aus nicht oder schwer zugänglichen Quellen (z. B. unveröffentlichten Arbeiten, Gutachten, internen Papieren) oder aus digitalen Ressourcen, bei denen Autor:innen irrtümlich annehmen, es „falle nicht auf“. Auch hier gelten die gleichen Maßstäbe: Fremde Leistungen müssen erkennbar bleiben.
Folgen von Plagiaten
Die Konsequenzen von Plagiaten sind vielschichtig und reichen je nach Kontext von Prüfungsrecht über Förderrecht bis hin zu reputationsbezogenen Folgen:
- Im Hochschulbereich können Plagiate zur Bewertung „nicht bestanden“, zur Aberkennung von Graden, zur Exmatrikulation oder zu Disziplinarmaßnahmen führen. Die HRK bezeichnet Plagiate ausdrücklich als „schwerwiegendes Fehlverhalten“.
- In der Forschung drohen Rücknahme von Publikationen (Retractions), Ausschluss von Förderprogrammen und Einschränkungen bei zukünftigen Anträgen. Die DFG berichtet regelmäßig darüber, dass Plagiate zu Untersuchungen und Sanktionen führen.
- Im Berufsleben können Plagiatsvorwürfe – insbesondere bei Qualifikationsschriften – langfristige Reputationsschäden nach sich ziehen, etwa durch Aberkennung von Titeln oder öffentliche Diskussionen.
Über diese direkten Folgen hinaus untergraben Plagiate das Vertrauen in wissenschaftliche und fachliche Expertise. Wer plagiiert, riskiert nicht nur eine einzelne Arbeit, sondern seine Glaubwürdigkeit als Autor:in.
Plagiatsprävention: gute wissenschaftliche Praxis im Alltag
Plagiatsprävention beginnt weit vor dem Einsatz technischer Plagiatssoftware. Sie ist zuallererst eine Frage der Arbeitsweise:
- Saubere Dokumentation von Quellen
Bereits während der Literaturrecherche sollten Zitate und Paraphrasen klar gekennzeichnet werden – etwa durch konsequente Nutzung von Literaturverwaltungsprogrammen und eindeutige Markierung von wörtlichen Übernahmen und eigenen Paraphrasen. - Bewusstes Zitieren statt „Copy & Paste“
Fremde Gedanken werden entweder wörtlich zitiert (mit Anführungszeichen und genauer Quellenangabe) oder in eigenen Worten zusammengefasst, dann aber ebenfalls mit Quellenbeleg. Entscheidend ist, dass stets erkennbar bleibt, welche Teile der Argumentation auf wessen Arbeit beruhen. - Klarer Umgang mit eigenen Vorarbeiten
Wer Teile früherer Arbeiten (z. B. Hausarbeiten, Abschlussarbeiten, Artikel) wiederverwendet, kennzeichnet dies transparent und klärt mit Betreuer:innen, Herausgeber:innen oder Verlagen, in welchem Umfang dies zulässig ist. - Kenntnis institutioneller Regeln
Hochschulen, Forschungsorganisationen und Fachgesellschaften verfügen über Leitlinien zur guten wissenschaftlichen Praxis. Wer sich daran orientiert, reduziert das Risiko unbeabsichtigter Regelverstöße erheblich. - Reflexion neuer Technologien
KI-basierte Textwerkzeuge oder Übersetzungstools können sinnvoll unterstützen, ersetzen aber nicht die Verantwortung für Inhalt und Quellenarbeit. Texte, die auf dieser Basis entstehen, müssen genauso redlich belegt werden wie „klassische“ Texte; auch hier gilt: fremde Inhalte dürfen nicht als eigene ausgegeben werden.
Technische Plagiatsprüfungen (etwa Softwareabgleiche) können diese Maßnahmen ergänzen, ersetzen aber nicht die Notwendigkeit, methodisch sauber zu arbeiten.
Plagiatsprävention bei Optimedien
Optimedien versteht Plagiatsprävention als Teil einer umfassenden Kultur guter wissenschaftlicher Praxis. In einem Programm, das Dissertationen, Habilitationen, Qualifikationsschriften und Fachbücher umfasst, ist wissenschaftliche Redlichkeit grundlegende Voraussetzung für jede Veröffentlichung.
Konkret bedeutet das:
- Verantwortung der Autor:innen
Autor:innen versichern mit der Einreichung, dass ihre Manuskripte eigenständig erarbeitet wurden, dass alle Quellen und Hilfsmittel vollständig angegeben sind und dass keine Rechte Dritter verletzt werden. Dies umfasst auch den sorgfältigen Umgang mit eigenen Vorarbeiten (Selbstzitat) und digitalen Ressourcen. - Redaktionelle Sorgfalt
Manuskripte werden inhaltlich und formal geprüft; auffällige Inkonsistenzen, unplausible Stilbrüche oder bekannte Textpassagen können Anlass für Rückfragen sein. Technische Hilfsmittel können diesen Prozess unterstützen, ersetzen aber nicht die redaktionelle und wissenschaftliche Beurteilung. - Orientierung an anerkannten Leitlinien
Optimedien orientiert sich an den in Deutschland etablierten Standards guter wissenschaftlicher Praxis, wie sie etwa von DFG, HRK und wissenschaftlichen Einrichtungen formuliert wurden. Plagiate und sonstige Formen wissenschaftlichen Fehlverhaltens sind mit diesen Standards unvereinbar. - Kooperation mit Hochschulen und Institutionen
Insbesondere bei Qualifikationsschriften (Bachelor-, Masterarbeiten, Dissertationen, Habilitationen) werden Hochschulentscheidungen respektiert. Wo Hochschulen bereits Prüfungen zur guten wissenschaftlichen Praxis durchgeführt haben, knüpft Optimedien daran an; bei begründetem Zweifel an der Redlichkeit eines Manuskripts behält sich der Verlag vor, eine Veröffentlichung abzulehnen oder zurückzustellen.
Plagiatsprävention bei Optimedien zielt damit nicht auf Misstrauen, sondern auf Verlässlichkeit: Wer hier publiziert, soll darauf bauen können, in einem Umfeld zu erscheinen, in dem die Regeln guter wissenschaftlicher Praxis gelten – und in dem die eigene Arbeit auf faire, transparente Weise in den wissenschaftlichen Diskurs eingebunden wird.
Für Autor:innen bedeutet das im Ergebnis: Wer Quellen sauber arbeitet, eigenständige Beiträge leistet und redlich zitiert, findet in Optimedien einen Partner, der diese Sorgfalt ernst nimmt – und mit professioneller Herstellung, Metadatenpflege und Sichtbarkeit beantwortet.
Ihre OPTIMEDIEN Redaktion

