Ein Förderinstrument für chancengerechtes Open-Access-Publizieren in den Geistes-, Sozial- und Rechtswissenschaften.
Übersicht
Die Ausgangslage: Freier Zugang als Standard
Die Wissenschaftslandschaft befindet sich in einem historischen Wandel. Open Access – der freie, digitale Zugang zu Forschungsergebnissen – etabliert sich zunehmend als der Gold-Standard für wissenschaftliches Publizieren. Die Vorteile liegen auf der Hand: Höhere Zitationsraten, weltweite Sichtbarkeit und der unmittelbare Transfer von Wissen in die Gesellschaft.
Doch die Finanzierung dieses Modells stellt viele Autorinnen und Autoren vor Herausforderungen. Während früher Bibliotheken durch Abonnements den Markt finanzierten, verlagern sich die Kosten nun oft auf die Publikationsseite („Author-Pays-Modell“). Zwar existieren Fördertöpfe (z. B. der DFG oder institutionelle Publikationsfonds), doch diese decken oft nicht die gesamten Kosten ab oder sind für bestimmte Statusgruppen (z. B. Emeriti, unabhängige Forschende) nur schwer zugänglich.
Wir bei Optimedien sind überzeugt: Die Publikation exzellenter Forschung darf keine Frage des verfügbaren Budgets sein.
Unser Beitrag: Das Optimedien Open-Science-Stipendium
Um diese Finanzierungslücke zu schließen, haben wir das Optimedien Open-Science-Stipendium ins Leben gerufen. Es handelt sich dabei um ein verlagsinternes Förderinstrument, das gezielt dort ansetzt, wo öffentliche Mittel an ihre Grenzen stoßen.
Anders als bei pauschalen Rabatten handelt es sich um eine leistungsbezogene Förderung. Wir unterstützen gezielt Monografien (Dissertationen, Habilitationen) und Sammelbände, die einen hohen wissenschaftlichen Mehrwert bieten, aber über keine ausreichende Finanzierung verfügen, um als reine Open-Access-Publikation (Gold Standard) zu erscheinen.
Das Finanzierungsmodell: Der Weg zum „Diamond Status“
Unser Stipendium ist als Lückenschluss-Finanzierung (Gap Funding) konzipiert. Das Ziel ist es, die Eigenbeteiligung der Autorinnen und Autoren so weit wie möglich zu reduzieren – im Idealfall auf null.
So funktioniert das Zusammenspiel der Mittel:
- Basis: Viele Hochschulen verfügen über DFG-Mittel („Open-Access-Publikationskosten“), die einen Teil der Book Processing Charges (BPC) übernehmen (oft zwischen 2.000 € und 5.000 €).
- Die Lücke: Liegen die realen Herstellungskosten (Lektorat, Satz, Metadaten-Management, Hosting) über diesem Zuschuss, müsste der Autor die Differenz privat tragen.
- Die Lösung: Hier greift das Optimedien-Stipendium. Wir übernehmen den verbleibenden Betrag.
- Das Ergebnis: Für Sie als Autor:in ist die Publikation kostenfrei. In der Fachsprache erreichen wir damit faktisch den „Diamond Open Access“-Status (keine Kosten für Autoren, keine Kosten für Leser).
Qualität als Bedingung
Wir grenzen uns strikt von sogenannten „Predatory Publishers“ ab. Eine finanzielle Förderung durch unser Haus ist eine Auszeichnung für die wissenschaftliche Qualität Ihres Werkes.
Die Vergabe des Stipendiums ist an strenge Kriterien geknüpft:
- Peer Review: Jedes Manuskript durchläuft unser qualitätsgesichertes Begutachtungsverfahren. Nur Arbeiten, die fachlich überzeugen, werden gefördert.
- Ethik & Transparenz: Die Einhaltung unseres Verlags-Ethikkodex ist bindend.
- Nachhaltigkeit: Geförderte Werke müssen unter einer freien Lizenz (in der Regel CC BY 4.0) erscheinen und werden von uns dauerhaft in Langzeitarchiven (Portico/CLOCKSS) gesichert.
Was beinhaltet die Förderung?
Das Stipendium deckt nicht nur die reinen Hosting-Kosten ab, sondern finanziert unsere volle professionelle Infrastruktur:
- Sichtbarkeit: Listung in relevanten Verzeichnissen (DOAB, DOAJ, OpenAIRE, Google Scholar).
- Metadaten: Erstellung hochwertiger, maschinenlesbarer Metadaten (ONIX, MARC 21, JSON-LD) für die Kataloge weltweit.
- Persistenz: Vergabe von DOIs und ISBNs.
Bewerbung & Aktuelle Ausschreibungen
Die Bewerbung um das Stipendium ist unbürokratisch in unseren Publikationsprozess integriert. Sie können Ihren Förderbedarf direkt bei der Einreichung Ihres Manuskripts oder Exposés über unsere Online-Bewerbung angeben.
Förderhöhen & Fristen: Das Volumen des Stipendienfonds wird regelmäßig an die aktuellen Bedarfe angepasst. Informationen über das derzeit verfügbare Gesamtvolumen, die maximale Förderhöhe pro Projekt für das laufende Jahr sowie aktuelle Einreichungsfristen finden Sie in unserem Bereich „Aktuelles“.

